Das sogenannte „Vander-Elst“ Visum werden Sie in keinem deutschen Gesetzestext als Visumsart entdecken können. Dies muss auch nicht sein, denn es beruht auf einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs und seinen die Details weiter konkretisierenden Voraussetzungen durch Folgeurteile.

Im Kern dreht es sich um die in Europa herrschende Dienstleistungsfreiheit und sagt nichts anderes, dass ein in einem EU-Land ansässiges Unternehmen „problemlos“ vorübergehend in Deutschland Dienstleistungen erbringen können und hierzu Arbeitnehmer aus Nicht EU Ländern entsenden können, die bei ihnen angestellt sind.

Die Entsendung unter dem „Vander-Elst“ Visum ist an Bedingungen geknüpft, die nicht so leicht zu durchschauen sind. Insbesondere die Frage, ob man überhaupt ein Vander-Elst Visum für Deutschland benötigt, ist nicht so leicht aufzuklären und zu verstehen. Hierzu benötigen die betroffenen Unternehmen in der Regel eingehender Beratung im jeweiligen Fall.

Denn es gibt Fälle der ganz kurzfristigen Entsendung, in denen ein Vander-Elst Visum für den einen Arbeitnehmer nicht erforderlich ist, während es bei dem anderen Arbeitnehmer selbst für nur ganz kurze Entsendungen zwingend vorgeschrieben ist.

Dies hängt mit den durchaus sehr unterschiedlichen Aufenthaltstiteln in den jeweiligen EU Ländern zusammen, in denen diese Unternehmen ihren Sitz haben.

So erteilt beispielsweise Polen für ukrainische Arbeitnehmer auch kurze bzw. längere Arbeits- und Aufenthaltserlaubnisse, die unterschiedlich im Bereich des Vander-Elst Visumverfahrens für Deutschland zu behandeln sind. Nicht anders ist es zum Beispiel in Slowenien oder Kroatien um nur einige EU-Länder zu nennen, aus denen häufig die dortigen Unternehmen Arbeitnehmer nach Deutschland entsenden.

Hierbei wird oft übersehen, dass das deutsche Migrationsrecht sehr kompliziert ist und stark von Europäischen Gesetzen mitbeeinflusst wird. Diese Hintergründe zu kennen ist für Unternehmen in der Regel fast unmöglich.

Um äußerst unangenehme Folgen zu vermeiden, sollte jedes Unternehmen welches sich mit der Vander-Elst Problematik beschäftigt und entsprechende Entsendungen entweder nach Deutschland durchführt oder als in Deutschland ansässiges Unternehmen mit Entsendeunternehmen kooperiert, sich entsprechend beraten lassen.

Der Vorteil meiner Tätigkeit ist unter anderem, dass ich in die jeweiligen Länder Kontakte zu Anwaltskolleginnen und Kollegen pflege bzw. diese zügig aufbauen kann. Insofern kann länderübergreifend beraten werden.

Um unangenehme rechtliche Folgen zu vermeiden, sollten Sie sich und Ihr Unternehmen also entsprechend beraten lassen.