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Studium als Ausländer in Deutschland?

Studium als Ausländer in Deutschland? Zugang zum Arbeitsmarkt? Wie geht das?

 

Die Aufnahme eines Studiums in Deutschland bietet geeigneten und qualifizierten Menschen aus dem Ausland die Möglichkeit leichter nach Deutschland zu migrieren. Ähnliche Erleichterungen gibt es für die Arbeitsmigration für Qualifizierte, Stichwort Blaue Karte EU.

Bemerkenswert ist, dass das „eigentlich“ sehr rigide und, historisch bedingt, auf Abwehr von Zuwanderung ausgerichtete deutsche Ausländerrecht hier sehr erleichterte Möglichkeiten des Zugangs nach Deutschland bietet. Für Unqualifizierte verbleibt es im Sinne des seit 1973 bestehenden Anwerbestopps, dass ihnen der Zugang nach Deutschland über den Arbeitsmarkt, jedenfalls über die Arbeitsmigration und zum Teil Bildungsmigration, verwehrt bleibt.

Offenkundig hat man in der Politik erkannt, das Deutschland ein erheblicher Mangel an Fachkräften ins Haus steht, der durch die eigene Bevölkerung der Inländer (Deutsche und Nichtdeutsche) absehbar nicht aufgefangen werden kann.

 

Vereinfachter Bildungszugang

Das Aufenthaltsgesetz (AufenthG) bietet mit seinem § 16 AufenthG eine gute Möglichkeit über ein Studium an einer Hochschule oder einer vergleichbaren Einrichtung über den dann zu erwerbenden Studienabschluss eine entsprechende Qualifikation zu erreichen. Dies kann dann, wenn alles gut geht, am Ende zu einem dauerhaften Aufenthalt in Deutschland mit Erwerbsmöglichkeit führen.

 

Wie geht das?

Man benötigt eine Zulassungsbescheinigung einer entsprechenden Hochschule. Diese Zulassungsbescheinigung wird (oft) mit Einschränkungen versehen, wie zum Beispiel: erfolgreicher Besuch eines studienqualifizierenden Sprachkurses, erfolgreicher Besuch einer studienvorbereitenden Einrichtung*

 

* ausländische Hochschulzugangsberechtigungen außerhalb der Staaten der europäischen Union werden oftmals nicht oder nur eingeschränkt als gleichwertig anerkannt. Dies gilt insbesondere für die Länder, die lediglich 11 Pflichtschuljahre für den Hochschulzugang erfordern. Hier muss i.d.R. eine entsprechende Maßnahme besucht werden.

 

Sodann muss über die entsprechende Botschaft Deutschlands eine Studentenvisum beantragt werden. Die Botschaft wird sich mit den zuständigen Stellen in Deutschland in Verbindung setzen.

 

Visum erforderlich! Hier ist gute Vorbereitung und Beratung angesagt!!!

Für den Studienaufenthalt wird ein Visum erteilt, welches i.d.R. eine entsprechende Auflage zum Reisezeitraum und zum Zweck (Studium an einer bestimmten Hochschule, Studiengang, Sprachvorbereitung) sowie ggfl. weitere Auflagen, enthält.

Da das Antragsverfahren für das Studentenvisum, wie bei allen Visaarten, durchaus aufwendig und kompliziert sein kann, empfiehlt es sich frühzeitig mit den Vorbereitungen und der Informationsbeschaffung zu beginnen.

Es hat sich in der Vergangenheit gezeigt, wenn man einen Rechtsanwalt mit der Hilfe hierbei beauftragt, die Visaerteilung deutlich leichter ist und das Risiko einer Ablehnung des Visaantrages deutlich verringert werden kann. Ganz ausgeschlossen ist dieses Risiko jedoch nicht. Aber auch dort hilft ein versierter Anwalt.

 

Tipp: Bedenken Sie, dass es in einigen Ländern bei der Visaabteilung der deutschen Botschaft sehr lange Wartezeiten auf den für Sie erforderlichen Termin zur persönlichen Vorsprache zur Antragsstellung geben kann. Ihr Anwalt kann dies zwar nicht beschleunigen, Ihnen aber helfen, dass es reibungslos läuft.

Also frühzeitig vorbereiten.

 

Studentenvisum erhalten und los geht es?

Schön wäre es, wenn es so einfach ist…

Ist es aber nicht (ganz).

Denn Sie müssen sich bei der zuständigen Ausländerbehörde melden. Und erst diese erteilt die erforderliche Aufenthaltsgenehmigung. Auch diese wird durchaus oft mit entsprechenden Auflagen und Bedingungen versehen. Ob diese Einschränkungen dann richtig sind, sollte rechtlich überprüft werden.

 

Wieviel Geld muss ich für die Finanzierung des Studiums aufwenden?

Vielen Inländern (Deutschen und Ausländern) ist es nicht bekannt, dass der Student erst einmal Geld mitbringen muss. Sie müssen in der Regel mindestens finanzielle Mittel für das erste Jahr des Studiums in Höhe des BaföG Höchstsatzes, also wie eine Sicherheit, nachweisen. Die Rechnung ist also ganz einfach: 12 x BaföG Höchstsatz = Mindestbetrag für das erste Jahr.

 

Es ist allerdings eine gute Investition. Ob Sie in Ihrem Land eine entsprechende Förderung aus staatlichen Mitteln erhalten, müssen Sie auf jeden Fall direkt in Ihrem Land klären.

Dieser Betrag muss normalerweise für das erste Jahr in der Form, dass es auf ein Sperrkonto eines deutsche Bankinstitutes eingezahlt wird, nachgewiesen werden. Normalerweise könne Sie monatlich über den BaföG Höchstbetrag verfügen

 

Und dann? Das schöne Studentenleben? Oder Lehrjahre sind keine Herrenjahre

Studieren heißt erst einmal zur nächsten Semestereröffnungsparty gehen…

Natürlich, das gehört auch dazu. Aber viel Zeit für Partys werden Sie, zumindest in der Anfangszeit, nicht haben.

Leider ist das Studentenleben für Sie nicht ganz so schön, wie für inländische Studierende. Denn Sie müssen regelmäßig den Studienfortschritt anhand erreichter Leistungen (Credit Points) der zuständigen Ausländerbehörde gegenüber nachweisen. Diese prüft anhand des Studienfortschritts, ob Sie in der Ihnen gewährten Zeit den angestrebten Abschluss erfolgreich erreichen werden.

Das bedeutet für Sie: lernen, lernen, lernen…

Tipp: Nehmen Sie frühzeitig Kontakt mit der für Sie zuständigen Studienberatung der Hochschule auf. Dort kann man Sie frühzeitig beraten und Hilfestellung bei Schwierigkeiten geben.

 

Ich verfüge über einiges an Erfahrungen in den Fällen, in denen die Credit-Points nicht, oder nicht ausreichend in der zu erwartenden Zeit erbracht wurden. Das dann oftmals nicht zu vermeidende Klageverfahren ist sehr aufwendig und kostenintensiv. Es ist also besser sich vor dem Auftauchen von Problemen anwaltlich beraten zu lassen.

 

Sprache, Sprache, Sprache…

oder:

der Dativ ist dem Genitiv sein Tod

Dieser Titel einer Serie von Büchern des Autors Bastin Sick bringt es auf den Punkt.

Das ganze schöne Studieren nutzt wenig, wenn man die Ausbildungssprache nicht beherrscht. § 16 Abs. 1 AufenthG spricht hier übrigens nicht ausdrücklich von „Deutsch“. Auch Englisch kann Ausbildungssprache sein.

Aber gehen wir vom Regelfall der Ausbildungssprache Deutsch aus, so sind schon recht hohe Anforderungen an das Sprachniveau gestellt. Es wird von Studierfähigkeit bei der Sprachkompetenz ausgegangen.  Dies kann oft das C1 Niveau des Sprachrahmens sein. Im Amtsdeutsch: Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen für Sprachen (GER). (Wer dies als Nichtdeutscher sofort fehlerfrei und flüssig aussprechen kann: alle Achtung! J).

Schaut man sich die Anforderungen hierzu an und hat einmal in die Ausbildungsbücher geschaut, so ist man als Muttersprachler doch arg überrascht, wie anspruchsvoll das Niveau C1 ist.

 

Fazit: Die Sprache muss beherrscht werden. Und zwar so, dass der Vorlesung und dem Unterricht dauerhaft auf anspruchsvollem Niveau gefolgt werden kann. Schädlich ist es sicherlich nicht, wenn man sich in einer Sprache auf hohem Niveau bewegt. Dies erleichtert nicht nur das Studium, sondern auch den späteren Zugang zum Arbeitsmarkt.

 

Tipp: Es macht Sinn die Ausbildungssprache bereits im Heimatland so zu erlernen, dass man bereits bei Einreise nach Deutschland auf dem C1 Niveau ist oder nur wenig Lernaufwand in Deutschland betreiben muss.

Für die Deutsche Sprache hat sich der Besuch zum Beispiel von Kursen des Goethe Instituts als hilfreich erwiesen, da die von diesem erteilten Zertifikate anerkannt werden

 

Studium abgeschlossen? Und dann?

Nach § 16 Abs. 5 AufenthG wird eine Aufenthaltserlaubnis für bis zu 18 Monate für die Suche nach einer dem Abschluss angemessenen Tätigkeit erteilt. Man hat also nach Abschluss des Studiums bis zu 1,5 Jahre Zeit eine entsprechende Erwerbstätigkeit zu finden. Dies zeigt bereits, dass die komplette gesetzliche Regelung, also zuerst das Studium und dann die Möglichkeit der Suche nach einem Arbeitsplatz mit einer anschließenden Beschäftigung auf einen Daueraufenthalt angelegt ist.

 

Wie hilft der Anwalt bei dem ganzen Verfahren?

Ich berate Sie bei dem kompletten Antragsverfahren, sowohl bei der Visabeantragung wie auch gegenüber der Ausländerbehörde ihres jeweiligen Aufenthaltsortes.

 

Studienerfolg in Gefahr? Studienabbruch?? Und nun??

Auch hier braucht man keine Angst zu haben. Denn § 16 Abs. 4 AufenthG bietet eine erleichterte Möglichkeit, ohne das Visumverfahren in Ihrem Heimatland nochmals zu durchlaufen, noch in Deutschland in einen Ausbildungsberuf zu wechseln. Dieses vereinfachte Verfahren gilt in der Regel für sogenannte „Mangelberufe“. Hierzu gibt es eine sich ständig verändernde Positivliste der Bundeagentur für Arbeit.

Dieser Zweckwechsel Ihres Aufenthaltes ist jedoch durch die zuständige Ausländerbehörde Genehmigungspflichtig.

 

Tipp:  nehmen Sie frühzeitig* zu mir Kontakt auf, falls Sie einen solche Schritt in Erwägung ziehen sollten. Nur so können sich äußerst unangenehme ausländerrechtliche Folgen für Sie vermeiden.

 

* frühzeitig bedeutet sicherlich nicht erst einige wenige Tage vor dem geplanten Wechsel, sondern Wochen, besser einige Monate vor dem „Absprung“. Erfahrungsgemäß kündigt sich der Studienabbruch nicht von heute auf morgen an….

 

www.bildungsmigration.de

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