Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz hat erhebliche Änderungen und Verbesserungen im deutschen Ausländerrecht gebracht. Sie entfalten ab dem 01.03.2020 entsprechende Wirkung.

Warum gibt es eigentlich diese Änderungen? Fachkräftemangel!?

Die Antwort ist so simpel wie zugleich auch schwierig.

Empirisch ist es wohl so, dass Deutschland ein jährliches Defizit von gut 400.000 Arbeitskräften im Fachbereich haben wird. Diese erhebliche Lücke hat mehrere Gründe. Einerseits sicherlich den statistischen Bevölkerungsrückgang. Andererseits eine Verschiebung der Ausbildungspräferenzen hin zu eher akademischen Berufen.

Ob dies gut oder schlecht ist, kann sicherlich dahingestellt sein. Fakt ist, dass eine Deckungslücke von 400.000 Menschen pro Jahr besteht.

Diese Lücke kann nur zum Teil durch Zuwanderung aus den klassischen EU-Staaten gedeckt werden, sodass es am Ende zu einer nicht unerheblichen Zuwanderung aus sogenannten „Drittstaaten“ kommen muss. Drittstaaten sind beispielsweise auch europäische Länder, die nicht Mitgliedsstaaten des Schengen-Bereichs sind, wie z. B. Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo usw.

Vielzahl von einzelnen (komplizierten) Regelungen

Es wurde durch eine Vielzahl einzelner Regelungen, die zum Teil in nicht unerheblicher Weise miteinander verknüpft sind, entsprechende Möglichkeiten der Zuwanderung geschaffen.

Dies ist gut und auch realitätsnah, da die bisherigen Regelungen m Bereich der Arbeits- bzw. Erwerbsmigration zwar im europäischen Vergleich schon mit die besten darstellten, allerdings immer noch von einem bestimmten historischen Geist geprägt waren. Es war nämlich zum einen der durch die Entwicklung in den letzten Jahrzehnten völlig überholte Gedanke, dass Deutschland kein Einwanderungsland ist (was es eigentlich schon immer war) und dem damit verbundenen Grundsatz, dass Zuwanderung, insbesondere zur Erwerbstätigkeit, nur in Ausnahmefällen erlaubt ist.

Hiervon abgesehen kann allerdings klar festgehalten werden, dass Zuwanderung in die Erwerbstätigkeit in Deutschland bedingt durch die Komplexität der rechtlichen Regelungen nur dann vernünftig geschehen kann, wenn eine fachlich fundierte Beratung und Begleitung von Beginn an stattfindet.

Besser vorher beraten lassen

Nichts ist schlimmer für den Mandanten, als wenn er zunächst selbst im besten Glauben, alles richtig und gut zu machen, selbst die Dinge in die Hand nimmt und erst wenn das Kind sozusagen in den Brunnen gefallen ist, anwaltliche Hilfe in Anspruch nimmt. Oft lassen sich zum Beispiel bei der Antragstellung gemachte Fehler nur mit erheblichem Zeit- und Kostenaufwand durch anwaltliche Hilfe „reparieren“.

Also besser vorher Rechtsrat bei einem in der Materie versierten Anwalt einholen, auch wenn es mit Kosten verbunden ist. Es ist auf jeden Fall eine gute Investition. Denn oft ist der durch den Mandanten zuerst gedachte Weg nicht unbedingt der für die jeweilige Situation beste Weg.

Was muss beachtet werden?

Grob gesagt, müssen die folgenden Eckpunkte zunächst beachtet werden:

  • Findet bei mir überhaupt das Aufenthaltsgesetz (AufenthG) Anwendung oder kommen mir Sonderregelungen, wie z. B. EU-Freizügigkeit, zugute?
  • Kann ich überhaupt in dem Beruf arbeiten (benötige ich evtl. eine Erlaubnis, z. B. Ärzte usw.)?
  • Will ich als Beschäftigter oder als Selbstständiger arbeiten (hier gibt es teils gravierende Unterschiede)?
  • Passt meine berufliche Qualifikation (entspricht sie einem in Deutschland anerkannten Beruf? Stichwort: Gleichwertigkeit)? Bin ich also eine Fachkraft (anerkannte Berufsausbildung) oder unqualifiziert? Ist eventuell meine berufliche Qualifikation unerheblich? Kommen mir europarechtliche Spezialvorschriften zu Hilfe?

Der kluge Leser wird sofort bemerken, dass dies gar nicht so einfach ist herauszufinden, welche Voraussetzungen denn zutreffen.

Hierzu nur ein Beispiel. Selbst eine, sagen wir einmal, 20-jährige Erfahrung in einem handwerklichen Beruf führt nicht zwingend dazu, dass man in Deutschland als Fachkraft in dem Beruf anerkannt wird. Es kann einem passieren, dass man als unqualifiziert gilt, obwohl man vielleicht seit 20 Jahren Häuser baut und diese immer noch stehen.

Aber Angst sollte man vor diesen Punkten nicht haben. Eine vernünftige und entsprechend fachlich basierte Prüfung vorab kann viele Probleme, die sich erst im Nachhinein ergeben, schon am Anfang ausschließen.

Kann ich auch in Deutschland Arbeit suchen und hierfür ein Visum bekommen?

Grundsätzlich gilt hier ein klares Ja. Allerdings mit Einschränkungen. Denn diese Regelung betrifft Ausländer/innen mit (nach deutschem Recht!) gleichwertiger Berufsausbildung und Akademiker/innen. Nicht gemeint sind Personen, die in Deutschland als nicht qualifiziert gelten (sog. Hilfstätigkeiten).

Personen mit gleichwertiger Berufsausbildung:

  • Es werden entsprechende (bereits vorhandene) Sprachkenntnisse der deutschen Sprache, wohl auf dem Niveau B1, erwartet (bei Gesundheitsberufen evtl. sogar mehr).
  • Es kann bis zu 10 Stunden pro Woche zur Probe gearbeitet werden.
  • Der Lebensunterhalt muss gesichert sein.

Bei Akademikern:

  • keine Deutschkenntnisse erforderlich
  • Probearbeiten bis zu 10 Stunden pro Woche möglich
  • Lebensunterhalt muss gesichert sein

Dies liest sich gut, ist jedoch nicht immer so einfach, denn nicht jedem Land besteht die Möglichkeit, ausreichende Deutschkenntnisse auf dem erforderlichen Niveau zu erwerben. In den meisten europäischen Ländern, und hiermit ist der geografische Europabegriff gemeint, bestehen durchaus diese Möglichkeiten.

Kann ich auch eine Ausbildung in Deutschland machen?

Auch hier gibt es ein eindeutiges Ja.

Bevorzugt werden hierbei Ausbildungen, sowohl betrieblich wie auch rein schulisch, die zu einem in Deutschland anerkannten, also qualifizierten Abschluss führen. Dies ist der Regelfall, allerdings gibt es hierzu auch Ausnahmen. Die Ausbildungsdauer soll hierbei mindestens zwei Jahre betragen.

Natürlich ergeben sich im Moment noch Schwierigkeiten bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz aus dem Ausland heraus. Auch ist diese sehr gute Option noch nicht zu allen Arbeitgebern durchgedrungen. Allerdings suchen viele Handwerksbetriebe dringend Nachwuchs, man bildet dort traditionell gerne und in der Regel sehr gut aus. Oft ist dies auch eine Option, eventuell einmal den Betrieb zu übernehmen und fortzuführen, wenn ein Generationenwechsel ansteht.

Dies ist übrigens auch ein guter Weg der Zuwanderung, ohne als unqualifiziert zu gelten.

Weitere Änderungen ergeben sich bei Sprachaufenthalten und dem Studium. Wie auch in den vorstehenden Fällen muss jedoch in jedem Einzelfall das Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen geprüft werden, sodass sich insgesamt immer nur ein grobes Schema der Voraussetzungen der Zuwanderung darstellen lässt.

Wie kann der Rechtsanwalt helfen?

Anwältinnen und Anwälte im Bereich der Erwerbsmigration prüfen jeden Einzelfall dahingehend, ob die Voraussetzungen zur erfolgreichen Arbeitsmigration vorliegen. Dies kann, je nach Land, ein durchaus komplexer Prozess sein.

In der Regel ist die Liste der erforderlichen Dokumente sehr groß. Detaillierte Informationen lassen sich für jedes Land schlecht in der Kürze eines solchen Textes darstellen.

Ganz wichtig: Soweit erforderlich, müssen Sie eine entsprechende Übersetzung der erforderlichen Dokumente in die deutsche Sprache selbst organisieren bzw. entsprechende Legalisierungen (Apostille) erstellen lassen. Greifen Sie hierbei bitte ausschließlich auf offiziell zugelassene Übersetzer zurück!

Meine Mitarbeiterinnen und ich bereiten für Sie alle erforderlichen Dokumente vor und begleiten Sie durch den Visumsprozess. Soweit erforderlich, werden von hier aus auch entsprechende Vorabzustimmungen eingeholt. Teilweise führe ich auch vorher ein entsprechendes Evaluierungsgespräch per Telefon oder Skype durch. Hierbei kann die Kommunikation gerne auf Deutsch oder Englisch erfolgen.

Die Kontaktaufnahme ist recht einfach. Entweder rufen Sie an oder noch besser stellen Ihre Anfrage über diese Seite oder per E-Mail