Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen!?

Qualifizierte Fachkraft ja oder nein?

Im Zuge des seit dem 01.03.2021 geltenden Fachkräfteeinwanderungsrechts ergeben sich immer wieder Fragen zur beruflichen Anerkennung und es zeigt sich ein hoher Beratungs- und Betreuungsbedarf durch meine Anwaltskanzlei.

Mittlerweile konnten entsprechende Erfahrungswerte gesammelt werden, wie die sogenannten zuständigen Stellen mit den Anträgen auf berufliche Anerkennung umgehen.

Hierzu muss man wissen, dass man es mit etwa gut 70 zuständigen Stellen verteilt auf ganz Deutschland zu tun hat.

Das sind nicht allzu viele, vergleicht man dies mit der Zahl von wohl knapp 500 Ausländerbehörden in Deutschland.

Jede dieser Stellen hat zwar einheitliche Voraussetzungen, die sich aus dem Gesetz ergeben, jedoch im Detail leicht abgewandete Bedingungen. So wollen einige Stellen nur Originalunterlagen per Post zugesandt bekommen. Andere wiederum arbeiten ausschließlich mit digitalen Dokumenten.

Im Kern gelten jedoch für die Anerkennung folgende Voraussetzungen für jede Art der Berufsqualifikation:

  • Sie haben einen staatlichen oder staatlich anerkannten Berufsabschluss/Berufsqualifikation
  • Es liegt ein Abschlusszeugnis vor
  • Es besteht der Wille in Deutschland zu arbeiten (hierzu sind konkrete Nachweise zu erbringen. Nur gute Worte genügen nicht)

Diese Voraussetzungen gelten sowohl für Absolventen einer Hochschule wie für Absolventen einer qualifizierten Berufsausbildung.

 

Mindestausbildungsdauer zwei (2) Jahre!!
Bei der Berufsausbildung gilt noch eine Besonderheit, nämlich diejenige, dass die Ausbildung erst dann als qualifiziert angesehen wird, wenn sie mindestens zwei (2) Jahre gedauert hat.

Dies bedeutet für diejenigen mit einer kürzeren Ausbildungsdauer oder auch Personen die nur Berufspraxis besitzen und seien es z.B. Jahrzehnte, eine qualifizierte Berufstätigkeit und qualifizierte Beschäftigung nicht möglich ist. Damit entfällt auch die Möglichkeit einer Anerkennung des Abschlusses und es besteht i.d.R. keine Möglichkeit im Rahmen des Fachkräfteverfahrens eine Einwanderung durchzuführen.

Vereinfacht gesprochen: diese Personen gelten als unqualifiziert und haben i.d.R. keine Möglichkeit ein Visum für Deutschland zur Arbeitsaufnahme zu erhalten. Es gibt allerdings einige wenige Ausnahmen hierbei, z.B. im IT-Bereich.

Und noch ein Tipp hierzu generell:
Sie sollten die Beratung und Betreuung meiner Kanzlei in Anspruch nehmen, da eine Vielzahl von Voraussetzungen zu erfüllen sind. Auch sind recht viele detaillierte Dokumente vorzulegen. Dort den Überblick zu behalten ist oft nicht so einfach wie man glaubt. Es zeigt sich auch hier, dass es besser ist von Anfang einen Fachmann mit der Bearbeitung der Angelegenheit zu beauftragen.
Und insbesondere ist man nicht immer allzu gut beraten auf den „guten“ Rat von Freunden oder Familienmitgliedern zu hören, auch wenn es in den einem oder dem anderen Fall geklappt hat. Denn die Voraussetzungen sind immer unterschiedlich und individuelle.
So vorzugehen käme eher einem Vergleich von Äpfeln mit Birnen gleich um einmal diesen Ausdruck zu bemühen…